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MOPHORAD-Projekt


Die Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) ist seit Einführung des Mobiltelefons enorm angestiegen. Es besteht gegenwärtig die Sorge, dass vor allem Kinder und Jugendliche einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt sind, weil nicht auszuschließen ist, dass das Zentralnervensystem in einem heranwachsenden Organismus besonders anfällig ist. Solche Bedenken sind jedoch ebenso wie frühe Hinweise auf eine mögliche Gefährdung der menschlichen Gesundheit wirtschaftlichen Interessen bis heute untergeordnet worden – dies obwohl seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Harmlosigkeit von EMF durchaus angezweifelt wird.

Mit dem Forschungsvorhaben MOPHORAD (Potential Health Effects of Mobile Phone Radiation in Childhood and Adolescence) antworteten wir im Februar 2008 auf eine Ausschreibung der EU-Kommission im 7. Forschungsrahmenprogramm. Diese wurde zum einen mit dem öffentlichen Interesse der Bevölkerung an der Mobilfunktechnologie bei zunehmender Verunsicherung wegen möglicher gesundheitlicher Risiken und zum andern mit der kontroversen Diskussion innerhalb der Scientific Community über mögliche gesundheitliche Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung begründet. Die externen Gutachter der EU-Kommission schlugen vor, das Projekt, welches sie mit 12,5 von 15 möglichen Punkten bewerteten, zu fördern. Entsprechend ihrem Urteil ist der Forschungsplan wissenschaftlich korrekt und lässt einen signifikanten Fortschritt gegenüber dem heutigen Stand des Wissens erwarten. Das Konsortium betrachten sie als breit angelegt und sehr ausgewogen und die Zuordnung der Aufgaben halten sie für komplementär und gut verteilt. Hellhörig machte uns die Aussage der Gutachter, wenn jemals Erkrankungen des Zentralnervensystems teilweise der Benutzung von Mobiltelefonen zugeschrieben werden sollten, so wird die Quote minimal sein, weil diese Verbindung sonst durch epidemiologische Studien längst aufgedeckt worden wäre. Mit dieser wissenschaftlich unhaltbaren Feststellung ließen sie ernsthafte Zweifel an ihrer Kompetenz aufkommen. Inzwischen hat die EU-Kommission es vorgezogen, ein epidemiologisches Forschungsvorhaben zu fördern, von dem kaum neue Erkenntnisse zu erwarten sind.

Das MOPHORAD-Projekt basiert auf der Aufklärung und Charakterisierung zellulärer, subzellulärer und molekularer Prozesse, die von Relevanz für die Krankheitsentstehung sind:


Hauptziel von MOPHORAD ist es, Daten zu erhalten, die darüber Auskunft geben, ob die Annahme eines Gesundheitsrisikos insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen plausibel ist. Sollten in Zellen des menschlichen Organismus nach Bestrahlung Veränderungen beobachtet werden wie sie in isolierten menschlichen Zellen aufgetreten sind (REFLEX-Projekt), wäre dies ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Mobilfunkstrahlung in der heutigen Form ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt. Im Falle positiver Befunde beim Menschen würde damit die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen in einer Art und Weise bestätigt, dass diese auch von den Verantwortlichen in Politik und Industrie nicht länger ignoriert werden könnten. Zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen gehörten kurzfristig eine deutliche Senkung der Grenzwerte und langfristig ihre Umstellung von der physikalischen auf die biologische Grundlage. Dem Schutz von Kindern und Jugendlichen müsste höchste Priorität eingeräumt werden.

Folgende wissenschaftliche Einrichtungen wollen an dem Forschungsvorhaben mitwirken: Medizinische Universität Wien; Universität Basel; Radiation and Nuclear Safety Authority, Helsinki; Foundation for Research on Information Technologies, Zürich; Zhejiang University; Consejo Superior de Investigaciones Cientifica, Madrid; Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen; The Weizman Institute of Science. Die Koordination erfolgt durch die Stiftung VERUM in München, die bereits das REFLEX-Projekt organisiert hat.

Die geplante Laufzeit des MOPHORAD-Projektes beträgt vier Jahre. Die Kosten des Forschungsvorhabens in der vorliegenden Form belaufen sich auf 4,5 Millionen Euro, wovon die Arbeitsgruppen ca. 1 Million Euro übernehmen können. Das Projekt kann jedoch zeitlich gestreckt auch in einzelnen Schritten durchgeführt werden.